Samstag, 27. Februar 2010

Du böser Google Du!

Seit mittlerweile 4 Jahren fahren Google Mitarbeiter durch die Welt und fotografieren mit dreißig Bildern pro Sekunde alles und jeden, der nicht bei Drei auf dem Baum ist. Gleichzeitig sind Satellitenbilder unserer Häuser frei im Netz verfügbar. Die Herzen vieler Voyeure schlagen höher. Endlich nicht mehr die Nase an der Scheibe plattdrücken müssen um jede nichtige Kleinigkeit zielsicher zu erfassen. Wer möchte schon verpassen, wie ein neapolitanischer Straßenköter an einen Hydranten pinkelt? Google wacht für uns. Endlich!

Die Einstellung unserer lieben Datenschützer zur Digitalisierung unserer Welt dagegen ist als eher konservativ einzustufen. Unsere Regierung könnte sich sogar vorstellen, dass jeder gute Bürger vorsorglich mal einen Brief an Google schreibt um das Abfotografieren seines Hauses und seiner Lieben zu verbieten. Zugegeben, meine Begeisterung darüber hält sich auch in Grenzen. Wo kommen wir denn da hin, wenn man nicht mal mehr gepflegt ohne Hose -aber natürlich mit Hemd - durch seinen Garten rennen kann? Da bin ich ganz Freund des Finnen.

Wenn wir Google dann irgendwann ausreichend für das Unglück unserer Welt verantwortlich gemacht haben, könnten wir vielleicht auch mal einen Blick darauf riskieren was Microsoft schönes kann...

Vielleicht überlegen wir auch mal ganz nebenbei was viele von uns selbst - die wir ganz toll mit dem Finger zeigen können - hinsichtlich dem Schutz unserer Privatsphäre so treiben? Bevor wir uns ausschließlich auf den bösen Herrn Google einschwören, sollten wir vielleicht auch mal darüber nachdenken, wie wir unsere Kinder einbremsen können?

Über Twitter, Facebook & Co wird lücken- und auch schamlos dokumentiert wann die beste Zeit dafür wäre, unserem zu Hause einen ungestörten Besuch abzustatten.

Jugendliche und Kinder, welchen die Tragweite Ihres Handelns in keinster Weise bewusst ist, filmen sich leichtfertig mit Ihren Handys und veröffentlichen die - für den weiteren beruflichen Werdegang nicht unbedingt dienlichen, und für den weiteren Werdegang als Oberhaupt einer Familie teilweise todpeinlichen - Videos auf youtube.com.
Selbstverständlich ist es eine herausragende Leistung, wenn man im zarten Alter von 14 schon einen Liter Billig-Vodka auf ex trinken kann. Oder es schafft, im volltrunkenen Zustand sein Bier gleich mehrfach aus dem Becher zu schlürfen - und ich meine damit tatsächlich das gleiche Bier. Also aus dem Magen, zurück in den Becher - naja, sparen wir uns weitere Details, das Video gibt´s bei youtube.com.
Ob dieser herausragenden Leistungen platzt einem doch vor lauter Neid und Hochachtung die von Google digitalisierte Hose!
Ehre wem Ehre gebührt! Aber, ob dieser Ruhm die Pubertät sowie die - bei manchen offensichtlich sehr lange andauernde - postpubertäre Phase übertsteht und irgendwann dann auch noch zum Geld verdienen ausreicht ist für mich zumindest fraglich.

Also lieber Herr Google, wehe Du fotografierst uns dabei, wie wir morgens zur Schule oder Arbeit radeln! Dann gibt´s wirklich Ärger. Wir müssten uns ja in Grund und Boden schämen wenn das einer rausbekommt.

Gute Nacht

Euer Johann

Dienstag, 23. Februar 2010

Die Tücken der mobilen Gesellschaft

Deutschland ist schön. Bei meinen Fahrten durch unsere vielfältigen Landschaften habe ich zahlreiche wundervolle Orte kennen lernen dürfen. Es gibt Städte mit prächtigen Bauten in ihren Stadtkernen, historisch wertvolle Gebäude, die an das mittelalterliche Leben erinnern, Kleinstädte mit wunderbar idyllischen Gässchen und Plätzen. Städte mit Kultur, Städte mit einzigartigem Flair.
Und es gibt Schweinfurt.

1835, als der Adler zu seiner Jungfernfahrt von Nürnberg nach Fürth starten sollte, fühlten sich zahlreiche Mediziner auf den Plan gerufen. Die dramatisch hohe Reisegeschwindigkeit von sage und schreibe 28 km/h wurde als Gefahr für die Gesundheit der Passagiere eingestuft. Man berichtet heute davon, dass damals platzende Lungen befürchtet wurden.

Nach meiner kurzen aber intensiv gelebten Fahrt durch Schweinfurt drängt sich mir der leise Verdacht auf, die Nachkommen jener Mediziner praktizieren heute in Schweinfurt. Für den Schweinfurter gibt es genau 3 Gründe, vor einer Ampel das Bremspedal mit einer solchen Intensität zu malträtieren, dass das Fahrzeug unweigerlich quer auf der Fahrbahn zum stehen kommt. Grund 1: Die Ampel ist rot. Grund 2: Die Ampel ist orange. Grund 3: Die Ampel ist grün.

Scheu wie ein junges Reh tastet sich der Schweinfurter an die moderne Technik heran, zaghaft betätigt er ab und an den Blinkerhebel, wechselt dann verspielt -unbeeindruckt von der Richtungsanzeige des lustigen Blinklichtes an seinem Fahrzeug- Richtung und Fahrspur. Tummelt sich gesellig auf dem Mittelstreifen und versucht sein Fahrzeug im ersten Gang bei wechselnder Drehzahl und brüllendem Motor durch die Hektik des urbanen Verkehrsflusses zu treiben. Einfach mal die Seele baumeln lassen, die Drei gerade sein lassen – das denkt sich der Schweinfurter wohl, wenn er von Angstschweiß getrieben, mit der Nase nur wenige Zentimeter von der Frontscheibe entfernt versucht den Weg nach Hause zu finden.

Nach wenigen Minuten wird mir klar, der Vergleich mit dem jungen Reh schmeichelt der Situation. Viel lieber würde ich jetzt lautstark Kapitän Haddock aus Tim und Struppi zitieren, sie wissen schon, der mit den hunderttausend Höllenhunden. Das verbietet mir aber mein Anstand.

Gute Nacht

Euer Johann

Donnerstag, 11. Februar 2010

Alles unter Kontrolle Toto und Harry?

Seit 2001 bringen uns Toto & Harry, die zwei sympathischen Streifenbeamten aus Bochum, den Polizeialltag auf charmate Art und Weise näher. Anfangs durchaus noch mit leichten Unsicherheiten, erzählen uns die beiden Herren heute routiniert ihre Geschichten. Nichts konnte das Bild des ehrlichen "Freund und Helfers" in Uniform erschüttern.

Dieses Bild des vertrauenserweckenden Staatsdieners, welches Toto & Harry in den letzten Jahren mühevoll aufgebaut haben ist gefährdet. Heute sind wir mit VOX schneller als die Polizei erlaubt, schauen bei Kabel 1 schamlos in mein Revier, freuen uns beim gleichen Sender über Achtung Kontrolle! Einsatz für die Ordnungshüter und sind mit N24 -dem ehemaligen fast Nachrichtensender- auf Streife direkt dabei.

Warum tut man sich so etwas an? Möchten wir wirklich sehen, wie verdreckt manch Restaurantküche ist? Unterhält es uns, wenn jemandem - der ohnehin schon völlig am Ende ist - der freundliche Gerichtsvollzieher offenbart, dass der Ofen jetzt komplett aus ist? Freuen wir uns auch über die unhöflichen Protagonisten dieser "Journale", die das schöne Weltbild der Recht und Ordnung - Gesellschaft das Toto & Harry in jahrelanger Arbeit gefestigt haben wieder zerstören?

Um zu sehen, wie ein Hund gesetzeswidrig auf die Straße kackt, könnten wir doch auch mal wieder vor die Tür gehen. Oder fehlt dem mittlerweile die Authentizität?

Für alle die, die nicht genug bekommen können, hier ein heiteres Video aus der Pro7-Satire-Serie "alles in Ordnung".



Auf YouTube.com wird bei diesen Filmchen übrigens tatsächlich diskutiert, ob es sich um einen Fake handeln könnte.

In diesem Sinne, eine gute Nacht

Euer Johann

Samstag, 6. Februar 2010

Kostenlose Bilddatenbanken

Bei meiner Recherche nach Bilddatenbanken mit lizenzfreien Fotografien bin ich über die Seite morgueFile.com gestolpert. MorgueFile.com beschreibt sich selbst als "Public Image Archive for Creatives by Creatives" und bietet eine hohe Anzahl an kostenlosen Bilden für unterschiedlichste Anforderungen. zur MorgueFile-Lizenz 

Bilder können unmittelbar auf der Website zugeschnitten sowie in der Größe angepasst werden und dann per URL schnell und unkompliziert in die eigene Seite eingebunden werden.
Alternativ kann ein Original-Bild selbstverständlich zur weiteren Bearbeitung auch als Datei auf den eigenen PC geladen werden.